Neue Wege in der Medizin

Kaum eine Wissenschaft beschreitet ständig so viele neuartige, innovative und fortschrittliche Wege wie die Medizin. Im Zusammenhang mit dem Auftreten bislang unbekannter Erkrankungen, mit dem immer besseren Erforschen und Verstehen der Zusammenhänge bereits bestehender Krankheiten und in Zusammenarbeit mit eher unkonventionellen Wissenszweigen entstehen immer wieder neue und äußerst wirksame Behandlungspraktiken, die bereits in der Praxis angewendet werden.

Transplantation von Knorpelzellen bei Arthrose

Diese fortschrittliche Methode wird angewandt, um die durch eine Arthrose zerstörten Bereiche von Gelenken wieder herzustellen. Die für die Verpflanzung verwendeten Knorpelzellen sind die körpereigenen Zellen des Patienten und werden aus einem gesunden Gelenk herausoperiert. Nach der labortechnischen Vermehrung der Knorpelzellen werden defekte Zonen an arthrotischen Gelenken damit therapiert.

Regeneration von Knorpelzellen mit Stammzellen

Um den Patienten die aufwendige Transplantation von Knorpelzellen zu ersparen, werden sogenannte nicht-embryonale Stammzellen, die sich im Mark der Knochen und anderen Strukturen befinden, genetisch so verändert, dass diese zu Knorpelzellen werden. Diese gelangen als intakte Knorpelzellen durch einen medizinischen Eingriff an die durch arthrotische Prozesse zerstörten Gelenksbereiche. Im umgangssprachlichen Gebrauch wird diese erfolgreiche Methodik gleichsam als Knorpelzellgewinnung aus dem Reagenzglas bezeichnet. Aktuell in der Diskussion ist, inwieweit es sich lohnt, Stammzellen einfrieren zu lassen. Dabei bietet sich Müttern auch stets der Weg, das Nabelschnurblut ihres Neugeborenen zu spenden.

Anti-Interleukin-Therapie

Dieses Verfahren ist in Fachkreisen ebenfalls als Orthokintherapie bekannt und kann als erste Therapie eine Behandlung der entzündlichen Ursachen der Arthroseentstehung gewährleisten. Da angenommen wird, dass eine Arthrose durch den speziellen körpereigenen Entzündungsfaktor Interleukin im Organismus verursacht wird, ist eine Verabreichung von Anti-Leukin hilfreich, um diesen Auslöser unschädlich zu machen. Die Abgabe des Anti-Interleukins erfolgt durch eine Injektion in das betroffene Gelenk.

Depotimplantate

Nicht nur zur Verhütung ungewollter Schwangerschaften, sondern gleichsam zur Behandlung von Schmerzzuständen können Patienten gegenwärtig mit implantierten Depots ausgestattet werden. Diese Mechanismen eignen sich ebenfalls dazu, um Thrombosen vorzubeugen, da eine kontinuierliche Versorgung mit entsprechenden Medikamenten nicht mehr nur von Außen erfolgen muss. Insbesondere bei der Verabreichung von sogenannten Langzeitmedikamenten ist dies eine sinnvolle Alternative, die außerdem dem Patienten die Behandlung ganz wesentlich erleichtert. Im Zusammenhang mit der Verabreichung von dauerhaft einzunehmenden und hoch wirksamen Schmerzmitteln wie Morphium und anderen Opiaten haben sich diese modernen Therapiemöglichkeiten durchgesetzt. Neben Morphin wird durch diese Methodik ebenfalls eine Versorgung mit Insulin gewährleistet. Bei den Insulinpumpen gelangt das Insulin auch durch eine außerhalb des Körpers getragene kleine Pumpe in den Stoffwechsel.

Augenprothesen

Menschen, denen ein Auge entfernt werden musste oder die ein Auge durch einen Unfall oder eine Erkrankung verloren haben, steht eine Versorgung mit einer hochwertigen Augenprothese zur Verfügung. Diese Prothesen ersetzen nicht mehr nur den eigentlichen Glaskörper und besitzen damit eine zunächst rein kosmetische Funktion. Die Augenprothesen sind so vollkommen, dass sie in Form eines sogenannten Retina-Implantates zur Wiederherstellung der Sehtüchtigkeit beitragen können.
Das Retina-Implantat als Augenprothese ist geeignet, um in ihrer Sehfähigkeit extrem eingeschränkten Menschen eine Verbesserung der Sehfähigkeit zu gewährleisten. Darüber hinaus können blinde Patienten mit einem intakten Sehnerv mit einem Retina-Implantat ihr Augenlicht wiedererlangen. In diesem Zusammenhang wird von sogenannten sub- und epiretinalen Implantaten gesprochen. Diese unterscheiden sich im Ort der Einpflanzung und den einzelnen Bestandteilen voneinenader. Es handelt sich jeweils um künstliche Funktionseinheiten, die in enger Verbindung mit der Mikroelektronik stehen.

Mikrosensoren gegen psychische Erkrankungen

Im Rahmen der Biomedizin sind gegenwärtig neue Behandlungsmethoden gegen psychische Erkrankungen wie Angstzustände, Panikattacken und Depressionen in der Entwicklung. Diese neuen Verfahren werden als zeitvariable Niederfeldstimulation bezeichnet und basieren auf niedrig dosierten magnetischen Feldstärken. Während der Behandlung wird der Patient mit Mikrosensoren ausgestattet, welche eine Verbindung zum Therapeuten herstellen und dessen Stimme oder eine entspannende Musik übertragen.
Um Angst therapieren zu können, werden gleichsam computergestützte Methoden entwickelt, die jedoch noch in der Versuchsphase stecken. Im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen, zu denen chronische Schmerzen gehören, werden gegenwärtig Patienten mit einer als Neuromodulation bezeichneten Technologie behandelt. Diese ist unmittelbar auf das nervale Leitungssystem bezogen. Die schmerzauslösenden Fehl- und Überaktionen werden durch niedrige elektrische Impulse unmittelbar am Nerv, dem nervenreichen Rückenmark oder in Form der Neurostimulation in verschiedenen Hirnarealen korrigiert, was zur Schmerzfreiheit führt. In Kombination mit der Verabreichung von starken Schmerzmitteln durch in die nahen Bereiche des Rückenmarks ist eine erfolgreiche Behandlung chronischer Schmerzzustände möglich.
Als neuartige Therapievariante gegen Morbus Parkinson hat sich neben der medikamentösen Behandlung ebenfalls die sogenannte tiefe Hirnstimulation eingesetzt. Diese schmerzlose Methodik kann das Fortschreiten der Parkinsonschen Erkrankung verlangsamen und eine Linderung des Krankheitsbildes erzielen.

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