Einsatzmöglichkeiten von Nabelschnurblut

Eine weitere Bezeichnung für das Nabelschnurblut ist der treffende Begriff Plazenta Restblut. Das Nabelschnurblut wird nach der Geburt gewonnen und besitzt eine hohe Konzentration an Stammzellen. Diese Stammzellen können im Rahmen von Transplantationen für die Heilung unterschiedlichster Krankheitsbilder verwendet werden. Das Nabelschnurblut wird entsprechend bearbeitet und in aufwendigen Verfahren eingefroren. Aus diesem Grund sind die Stamm- oder Vorläuferzellen nach dem Auftauprozess wieder voll funktionstüchtig.
Die im Nabelschnurblut befindlichen Stammzellen besitzen die Fähigkeit, andere Zellen des Organismus zu reparieren und zu heilen.

Im Rahmen der Behandlungsmöglichkeiten einer Vielzahl von Erkrankungen hat sich im Laufe der medizinischen Forschung immer deutlicher gezeigt, welche Bedeutung das Nabelschnurblut hat. Grundsätzlich haben sich verschiedene Nabelschnurblut Einsatzmöglichkeiten gezeigt, die insbesondere auf der Basis der im Nabelschnurblut befindlichen Stammzellen interessant und therapierelevant sind.

Therapie von Krebserkrankungen mit Nabelschnurblut

Zur Behandlung von Krebs und Tumorerkrankungen ist es bedeutsam, dass das Nabelschnurblut dann zum Einsatz kommt, wenn das körpereigenen Knochenmark des Krebspatienten aufgrund der Chemotherapie derart beeinträchtigt ist, dass dort keine Neubildung von Zellen mehr erfolgen kann. Sowohl junge als auch erwachsene Krebspatienten können in zunehmendem Maße erfolgreich mit Nabelschnurblut behandelt werden und stellt eine bessere Lösung dar, als der Einsatz von Knochenmark. Sobald eine in hohen Dosen verabreichte Chemotherapie überstanden ist, werden die Betroffenen mit den Stammzellen aus Nabelschnurblut versorgt. Die Basis für die guten Therapieerfolge ist die niedrige Wahrscheinlichkeit, dass Nabelschnurblut keine Abstoßungsreaktionen auslöst. Bei Stammzellen aus dem Knochenmark treten demgegenüber Unverträglichkeiten und Abstoßungen öfter auf. Die im Nabelblut enthaltenen Stammzellen werden auch in Zukunft eine wichtige Therapievariante darstellen.

Therapie von Leukämie

Nabelschnurblut wird genutzt, um Patienten zu heilen, die unter häufig wiederkehrenden Leukämiearten leiden, die Zerstörungen von Blutzellen auslösen. Mit Nabelschnurblut können hauptsächlich von Leukämie betroffene Kinder therapiert werden. In diesem Bezug ist die Verabreichung von Nabelschnurblut gegenwärtig ein zentrales Fundament bei der Heilung von leukämiekranken Kindern. Die günstigen Prognosen stützen sich darauf, dass Nabelschnurblut nicht abgestoßen wird und den Enpfängerorganismus nicht schädigen. Dies ist häufig der Nachteil, der bei Zellverpflanzungen der Fall ist.

Störungen der Blutbildung

Stoffwechselerkrankungen

Ein neuartige Variante, insbesondere bereits bei Kleinstkindern auftretende Erkrankungen des Stoffwechsels wie Diabetes zu behandeln, ist die Nutzung von Nabelschnurblut. Im Zusammenhang mit derzeit laufenden Forschungen zeigen jedoch noch keine klaren Aussichten.

Gehirnverletzungen

Im Rahmen der sogenannten autologen Therapien nimmt die Anzahl der Patienten zu, die nach dem Durchleben einer Hirnverletzung durch ein Trauma oder eine Erkrankung mit Nabelschnurblut behandelt worden sind. Insbesondere bei der Lähmung bestimmter Gehirnareale, die gleichsam als zerebrale Lähmung bekannt ist und der sogenannten hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie ist der Einsatz von Nabelschnurblut eine Alternative gegenüber herkömmlichen Behandlungsformen.

Immunschwäche

Eine Immunschwäche, die sich anhand zahlreicher Symptome zeigt, kann durch eine allogene Blut-Stammzelltransplantation behandelt werden. Während der Transplantation kommt es beim Empfänger zum Ersatz von eigenen Blutstammzellen. Die Schwere und die Art der Immunschwäche entscheidet darüber, ob eine Transplantation der Nabelschnurblutstammzellen in Frage kommt.

Angeborene Anämien

Eine Anämie ist ebenfalls als Blutkrankheit bekannt und kann durch ein Unvermögen des Knochenmarks hervorgerufen werden, gesunde rote und weiße Blutkörperchen zu bilden. Insbesondere bei Anämieformen wie der Sichelzellanämie, der Thalassämie, dem Neuroblastom und der Fanconi Anämie kann aus diesem Grund eine Therapie mit Stammzellen aus dem Nabelschnurblut in Frage kommen. Bislang sind auch viele Menschen mit dem Nabelschnurblut erfolgreich behandelt worden, die unter einer aplastischen Anämie leiden. Grundsätzlich wird diese Therapievariante als Stützpfeiler der zukünftigen Behandlungen angesehen und eröffnet neue Möglichkeiten und Chancen für erkrankte Menschen. Gerade junge Menschen sind geeignet, um mit einer Transplantation von Stammzellen aus Nabelschnurblut therapiert zu werden, was sich in den erhöhten Überlebensraten der Patienten zeigt, die unter 20 sind und diese Behandlung wahrgenommen haben.

Nabelschnurblut kann ebenfalls hilfreich eingesetzt werden gegen die Rheumatoide Arthritis, eine Schwäche des Herzens, Multiple Sklerose und Morbus Parkinson.

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